Der Liesingbachweg – Erholungsgebiet und Konfliktzone

Der Liesingbachweg zählt zu den schönsten Spazierwegen Wiens – bloß seine Benützung ist nicht so einfach. Denn stellenweise wird er seiner Beliebtheit nicht gerecht. Dort ist er zu schmal, um allen Nutzer:innen ausreichend Platz zu bieten. Besonders nahe der Wohnhausanlage Alterlaa, konkret zwischen Osrambrücke und Gutheil-Schoder-Gasse, ist der Weg nicht breiter als drei Meter, was notgedrungen zu Nutzungskonflikten führt. Umso mehr, als auf dem Liesingbachweg Personengruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Geschwindigkeiten aufeinandertreffen: Fahrradfahrer:innen, Läufer:innen und Zustelldienste, aber auch Familien mit Kinderwägen, Rollern und Laufrädern, Hunden und ihren Halter:innen und Spaziergänger:innen.

Er ist eine wichtige, bezirksübergreifende Verkehrsroute und mit über 18 Kilometern Länge auch wesentlicher Bestandteil des Wiener Hauptradverkehrsnetzes. Dies wird sich mit dem sehr begrüßenswerten Ausbau des Radverkehrs in Wien noch verstärken. Zugleich ist der Grünraum entlang der Liesing ein wertvoller und stark besuchter Naherholungsort für die Bewohner:innen des Bezirks. An den genannten Schmalstellen kommt es daher immer öfter zu unangenehmen und gefährlichen Zusammentreffen zwischen den Nutzer:innen.

Das muss nicht so bleiben. Es bedarf einer Verbreiterung des Liesingbachwegs, auch wenn die räumlichen Gegebenheiten aufgrund von Brücken, Hochwasserschutzanlagen, steilen Böschungen und Unebenheiten herausfordernd sind.

Nur so kann dieser Naturraum als sicherer Verkehrsweg und wertvoller Rückzugsraum erhalten bleiben, unabhängig davon, wie und wie schnell man sich darauf bewegt.