Asbestbelastung in Liesing

Die Mineralfaser Asbest, die freigesetzt höchst gesundheitsgefährdend ist, schien eine Art Relikt. Ein Problem aus dem vergangenen Jahrtausend, mit dem man noch vereinzelt in älteren Häusern konfrontiert ist. Doch im Jänner 2026 wurde durch die NGO Greenpeace in vier burgenländischen Steinbrüchen hohe Asbestbelastung nachgewiesen, die daraufhin gesperrt wurden. Weitere Untersuchungen zeigten, dass zudem in Ortschaften in Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Ungarn asbesthaltiger Staub von den Straßen aufgewirbelt wird.

Nun hat sich die Vermutung bestätigt, dass auch zahlreiche Straßen und Gassen in Wien mit Asbestmischungen asphaltiert sind – etliche davon in Liesing. So wurden in der Gegend um den Rosenhügel, namentlich in der Wernergasse, Bertegasse, Wastlgasse, Stieglergasse, der Anton-Freunschlag-Gasse und der Reibergasse, gesundheitsgefährdende Asbestanteile gefunden. In Form kleiner unauffälliger Kügelchen ist das gefährliche Material dem Straßenbelag beigemischt und wird durch Abrieb sukzessive freigesetzt. Den Nachweis erbrachte erneut Greenpeace.

Die Grünen verlangen unverzüglich Maßnahmen der rot-pinken Stadtregierung und eine lückenlose Aufklärung. „Die Wiener:innen müssen Sicherheit haben, dass die Gefahren durch Asbest-Asphalte beseitigt und kein weiteres potenziell belastetes Material auf Wiens Straßen verbaut wird“, so Peter Kraus, Parteivorsitzender der Grünen Wien.  

Das Problem der Luftverschmutzung durch Straßenstäube in Wien ist massiv, wie Messungen der polnischen Geophysikerin Sylwia Klaudia Dytl̸ow im Mai ergaben. Mit Mikroplastik und anderen Giftstoffen versetzter Staub sammelt sich am Straßenrand, von wo er aufgewirbelt und leicht eingeatmet werden kann. Der starke Wind in diesem Sommer verbreitet die gefährlichen Stoffe großflächig. Daher forderten die Wiener Grünen gleich nach Bekanntwerden der brisanten Messergebnisse die Stadtregierung mittels Antrags auf, ein systematisches Monitoring der Belastungen durch Straßenbeläge einzuführen – bisher ohne Ergebnis.

Die Grünen in Liesing, diesem offenbar stark betroffenen Bezirk, setzen sich mit Nachdruck dafür ein, dass es schnellstmöglich eine systematische Erfassung und Beseitigung der gefährlichen Stoffe in unserer Atemluft gibt.