AUFGEDECKT: Der Fall Pannonia

AUSVERKAUF GEMEINNÜTZIGEN WOHNBAUS

Das Bild zeigt Grüne Wien Klubobmann und Gemeinderat David Ellensohn, Grüne Liesing Klubobfrau Cordula Höbart und Grüne Liesing Klubobfrau Stv. Renate Vodnek
Grüne Wien Klubobmann und Gemeinderat David Ellensohn, Grüne Liesing Klubobfrau Cordula Höbart und Grüne Liesing Klubobfrau Stv. Renate Vodnek

Unglaubliche Geschäftemacherei mit Genossenschaftswohnungen. Anfang Juni waren die Grünen Liesing mit David Ellensohn (Klubobmann und Kontrollsprecher Grüner Klub im Rathaus Wien) auf Hausbesuche in der Feldgasse/ Breitenfurter Straße. ​Wir haben die betroffene Bevölkerung aufgeklärt und mit ihnen über die Machenschaften rund um den Verkauf von gemeinnützigen Wohnungen zu Schleuderpreisen und den verheerenden Folgen gesprochen.​

Die Hintergründe

Die ​Wohnhausanlage Breitenfurter Str. 487-491 wurde Ende der 1960er Jahre vom damals gemeinnützigen Bauträger Aichfeld/Buntes Wohnen/Pannonia errichtet. Das heißt: Es wurden langfristig leistbare Wohnungen für die Wiener Bevölkerung geschaffen.

​Die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft „Pannonia“ verlegte ihren Sitz von Wien nach Oberösterreich und dann ins Burgenland​. Nachdem die burgenländische Landesregierung 2012 der Pannonia unter unklaren Rahmenbedingungen den Gemeinnützigkeitsstatus aberkannte, öffnete das der Spekulation mit diesen 83 Wohnungen Tür und Tor.​

Die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft „Pannonia“wurde an Anleger verkauft. 2010 wurde die Anlage in der Breitenfurter Straße von diesen um 2.160.000,- an eine private Badener Immobilienfirma wiederum verkauft.

Kurz nach Aberkennung der Gemeinnützigkeit wurde die Wohnhausanlage im Jahre 2013 um 3.986.000,- € an eine Tochterfirma der Wiener Privatbank weiterverkauft. 2014 erfolgte die Wohnungseigentumsbegründung und seitdem werden Wohnungen in der Breitenfurter Str. 487-491 abverkauft. Manche sind schon mehrfach gehandelt worden. Und die Wohnungspreise schossen jährlich in die Höhe.

Rasante Entwicklung der Quadratmeterpreise in der Breitenfurter Str. 487-491

Altmieter*innen sind verunsichert, viele Wohnungen werden teuer im Wohnungseigentum abverkauft, manche sogar als kurzfristige Tourismusappartements im Internet angeboten.​ ​Die Preise steigen extrem stark an:

  • 2010: 461 €/m²
  • 2013: 851 €/m²
  • 2019: 3.251 €/m²

Mittlerweile werden Wohnungen in dieser Anlage um über 3.200 €/m² an Dritte verkauft – das Siebenfache des ursprünglichen Preises. Und das, obwohl sie in vielen Fällen noch der zwingenden Mietpreisregelung des Wohnungsgemeinnüztzigkeitsgesetzes unterliegen und daher für maximal 3,86 €/m² + Betriebskosten und Umsatzsteuer vermietet werden dürfen.

Kontrolle ist unsere Aufgabe

Wir decken auf, zeigen Sachverhalte der Staatsanwaltschaft an und klären betroffene Mieter*innen, die zu uns kommen, über ihre Rechte auf.

Weitere Informationen zur Kontrollarbeit von David Ellensohn sind hier nachzulesen: https://wien.gruene.at/davidellensohn​

Wir fordern eine Novelle des betreffenden Bundesgesetzes, damit diesen Praktiken endgültig ein Riegel vorgeschoben wird. Wenn ein gemeinnütziger Bauträger nicht mehr weitermachen will oder kann, dann sollen alle Liegenschaften treuhändig an das zuständige Bundesland gehen und dieses sucht einen vertrauenswürdigen Gemeinnützigen Bauträger, der im Sinne der Gesetze weiterhin leistbare Wohungen anbietet.

David Ellensohn, Klubobmann Grüne Wien

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