Was uns der Schnee über Verkehrsplanung erzählt …

Das Bild zeigt einen verschneiten Gehweg neben der Trasse der 60er Straßenbahn

Eine lauschige, kalte Runde durch das schöne Liesing und der Schnee malt frech und frei Vorschläge zur Neugestaltung auf den Boden: freie Parkplätze, seit Tagen nicht benutzt, kein Reifenabdruck zu sehen. Das wäre doch was für die großzügige Pflanzungen von Bäumen?

Große, weiße Flächen bei den Gleisanlagen des 60er. Sonst sind darunter nur Pflaster und Asphalt. Die Fläche kann nicht von anderen Fahrzeugen befahren werden. Eine Rasenfläche für Entsiegelung und Abkühlung ist ein Muss. Vielleicht findet unser Antrag bei neuerlicher Einbringung im Bezirksparlament Zustimmung?

Zu guter Letzt zeigt der Schnee vor allem auch: der motorisierte Verkehr im öffentlichen Straßenraum bekommt den Löwenanteil öffentlicher Ressourcen. die Straßen sind adrett gekehrt und frei von Eis und Schnee. Mit Steuergeld werden diese – zu Recht – sicher nutzbar gehalten.

Zu Fuß hüpft, rutscht, geht und gleitet man auf den Gehsteigen gefühlt alle 30 Meter auf einer anderen Oberfläche dahin. Die Betreuung des Gehsteigs ist schließlich Aufgabe der Grundstückseigentümer:innen. Manche Abschnitte sind fein säuberlich geräumt, andere eine einzige Taumittelrutschpartie, andere werden dann und wann geräumt oder von einer Firma betreuut. Dazwischen ist oft ein Gehsteig “naturbelassen”, menschlich ist das nachvollziehbar. Für mich persönlich ist das bei Neuschnee meine liebste Unterlage. Allerdings gerade für ältere und gebrechliche Menschen eine extreme Herausforderung um notwendige Erledigungen sicher schaffen zu können. Gleiches gilt für Menschen mit einer Gehbehinderung die auch brauchbaren und rutschfreien Untergrund angewiesen sind. Wie wäre es eigentlich damit wichtige Gehwege in Zukunft ebenfalls öffentlich organisiert frei von Eis und Schnee zu halten? Jedenfalls eine Überlegung wert!

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