So geht es mit der Kaltenleutgebner Bahn weiter

Das Bild zeigt die Kaltenleutgebner Bahn-Haltestelle Sta Christiania Rodaun

Was lange währt wird endlich gut?! Als Erleichertung für Pendler/innen zwischen Niederösterreich und Wien gibt es derzeit regen Ideenaustausch und Planungstätigkeiten rund um die Wiederbelebung der Kaltenleutgebner Bahn.

Die Wiener Lokalbahnen GmbH (WLB; http://www.wlb.at​)​ – ein Unternehmen der Wiener Stadtwerke – ist derzeit beauftragt ein Konzept zu erstellen, wie der bestehende Gleisstrang von Bahnhof Liesing bis ins Zentrum von Kaltenleutgeben genutzt bzw. weiter gebaut werden könnte. Dazu zählen die Renovierung der bestehenden Strecke und der Oberleitung aber auch welche Betriebsmittel für die Verlängerung über die Waldmühle Rodaun hinaus notwendig wären. Ebenfalls aktualisiert müssen die Bevölkerungszahlen im Einzugsgebiet und andere Faktoren der Verkehrsplanung werden. Die letzten Zählungen und Schätzungen zum Einzugsgebiet – also der Bevölkerungszahl – sind schon mehr als 10 Jahre alt und da hat sich einiges getan, etwa mit dem Wohnprojekt Waldmühle Rodaun ebenso in Perchtoldsdorf und in Kaltenleutgeben.

Das Ergebnis soll im September vorliegen und ist dann die Basis für eine politische Entscheidung über die Finanzierung zwischen Wien, Niederösterreich (den beiden Gemeinden) und dem Bund. Mit der neuen Regierung steht eine Co-Finanzierung durch das Klimaschutzministerium in Aussicht um endlich Verbesserungen für Pendler/innen auf Schiene bringen zu können.

In der Bezirksvertretung Liesing gab es bereits vor 20 Jahren nämlich am 10. November 2000 einen einstimmigen Beschluss aller Fraktionen die Kaltenleutgebner Bahn wieder für den Personenverkehr zuzulassen, damals war sie noch als Güterstrecke aktiv.

Das Bild zeigt v.l.n.r.: Daniel Steinbach, Cordula Höbart, Christian Apl, Gabriele Gerbasits. Das Bild wurde vor dem März 2020 aufgenommen, daher tragen die Personen keinen MNS.
v.l.n.r.: Daniel Steinbach, Cordula Höbart, Christian Apl, Gabriele Gerbasits. Das Bild wurde vor dem März 2020 aufgenommen, daher tragen die Personen keinen MNS.

Christian Apl, Vizebürgermeister von Perchtoldsdorf, betont dass die Reaktivierung der Kaltenleutgebner Bahn für Perchtoldsdorf ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion der Verkehrsbelastung (Binnenverkehr, Durchgangsverkehr, Parkplatzdruck) wäre. Da in den letzen Jahren unmittelbar an der Strecke einige Großprojekte umgesetzt bzw. erweitert wurden, wie z.B. die  Waldmühle Rodaun und Sta. Christiana mit jeweils etwa 1.000 potenziellen Nutzer/innen oder das Waldsanatorium Perchtoldsdorf, hat auch der Bedarf nach einem leistungsfähigen Öffentlichen Verkehrsmittel zugenommen. Nicht zuletzt da aufgrund des Klimawandels auch die Mobilität CO2-neutral ausgerichtet werden muss, stellt die Reaktivierung der Strecke eine wichtige Basis für eine zukunftsfähige Mobilität dar, weswegen sich auch die Perchtoldsdorfer Grünen seit Jahren dafür engagieren.

Gabriele Gerbasits, Vizebürgermeisterin von Kaltenleutgeben, fordert seit Jahren die Reaktivierung der Kaltenleutgebnerbahn. Die bundesländerübergreifende Petition der Liesinger Grünen und der Grünen aus dem Bezirk Mödling für mehrere verkehrstechnische Verbesserungen wurden auch von den Grünen in Kaltenleutgeben tatkräftig unterstützt​. Wir sind in der glücklichen Lage, dass dank des Widerstandes und des zivilgesellschaftlichen Engagements des Vereins Kaltenleutgebnerbahn und der betroffenen Nachbargemeinde Perchtoldsdorf, die Ideen der SPÖ Kaltenleutgeben zur Errichtung einer Busspur auf dem Gleiskörper nicht umgesetzt wurden. Das jetzt sogar eine Verlängerung des Schienenstranges nach Kaltenleutgeben hinein denkbar geworden ist, kann als verkehrspolitischer Umschwung gewertet werden, den wir zum Wohle der EinwohnerInnen von Kaltenleutgeben auch in die Tat umsetzen wollen.

Als bundesländerübergreifende Kooperation bleiben die Grünen am Thema dran damit doch noch eine Realisierung möglich wird.

Die Wiederbelebung der Kaltenleutgebner Bahn wäre ein Meilenstein für die Menschen in der Waldmühle Rodaun und viele SchülerInnen. Sie könnten endlich staufrei und klimaschonend unterwegs sein. Für Rodaun, besonders den Bereich Willergasse und Hochstraße, wäre es eine dringend notwendige Entlastung vom täglichen Lärm- und Abgaswahnsinn.

Cordula Höbart, Klubobfrau Grüne Liesing

Zur Chronologie der Kaltenleutgebner Bahn:

  • 1883 Errichtung der Trasse
  • bis 1951 Personenverkehr
  • 2007 Gründung des Vereins Kaltenleutgebner Bahn, Ziel „ist die Förderung und Erhaltung der Bahnlinie Liesing-Waldmühle als technisches Kulturgut und als öffentliche Verkehrsinfrastruktur“
  • 2008-2010 Die ÖBB saniert die Trasse
  • bis 2010 Güterverkehr
  • 10.11.2000 – Beschluss in der BV Liesing die Strecke wieder für den Personenverkehr zu nutzen
  • 2011 Der historische Alte Perchtoldsdorfer Bahnhof wird unter Denkmalschutz gestellt.
  • ab 2011 organisiert der Verein dutzende Nostalgie-Sonderfahrten
  • 2014 Einreichung des Forschungsprojekts „Tram on Demand“ https://tramondemand.wordpress.com/
  • 2017 Ankauf der Trasse durch die Marktgemeinde Perchtoldsdorf zur Bestandssicherung
  • 2019 – Gemeinsame Petition der Grünen im Bezirk Mödling und Liesing „Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in den Bezirken Liesing und Mödling“, eine der Forderungen war „Reaktivierung der vorhandenen Gleisstrecke Liesing – Kaltenleutgeben“
  • 26.9.2019 BV Liesing stimmt einstimmig für eine Verlängerung der Linie 60 bis zur Waldmühle Rodaun
Skip to content