MAURER HAUPTPLATZ: Vorschlag zur NEUGESTALTUNG

Das Bild zeigt den Maurer Hauptplatz von unterschiedlichen Perspektiven
So sieht der Maurer Hauptplatz derzeit aus.

Die weltweite Klimakrise und die Corona-Pandemie machen eine Umverteilung des öffentlichen städtischen Raums unter den einzelnen Nutzergruppen und eine Änderung des individuellen Mobilitätsverhaltens unvermeidbar.

Auch in anderen europäischen Städten wie Paris, Brüssel, Berlin, München, wurden in den letzten Monaten daher vor allem in den Stadtzentren „Begegnungszonen“ umgestaltet oder Pop-Up Radwege eingerichtet, um der Bevölkerung​ mehr Platz für eine angenehme und sichere Benutzung des öffentlichen Raums zu geben. In Wien etwa in der Herrengasse, der Rotenturm Straße oder der Lange Gasse.

In Liesing bietet sich der historische Maurer Hauptplatz mit seiner vielfältigen Nutzung für eine räumliche Umgestaltung in ein „Grätzl Zentrum für alle Bevölkerungsgruppen“ an.

Aktuelle Situation rund um den Maurer Hauptplatz

30km/h-Zone ohne eigene Radwege alle Gehsteigflächen sind historisch gepflastert und daher nur teilweise barrierefrei für Bevölkerungsgruppen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen, … (aktuell wird von der Stadt Wien versucht, durch Neuverfugung der Pflastersteine die mangelhafte Barrierefreiheit etwas zu mildern) abends wird der Maurer Hauptplatz ​von 20 historischen Straßenlaternen beleuchtet2 Haltestellen-Wartehäuschen der Buslinien 60A und 56A bei der Speisinger Straße, ums Eck befinden sich die Stationen der Straßenbahnlinie 60leider gibt es am gesamten Platz derzeit nur Sitzbänke für max. 15 Personen, plus 3 Federliegen in der kleinen westlichen ParkflächeFahrradbügel sind für max. 14 Räder vorhanden, beim aktuell deutlich gestiegenen Radverkehr in Wien und Liesing viel zu wenigder Maurer Hauptplatz ​weist etwa 30 Dauer-/Kurzparkplätze auf (inkl. Taxistandplätze & Lieferzonen) – in der näheren Umgebung des Maurer Hauptplatz ​sind es insgesamt ca. 150 Parkplätzees gibt nur acht Abfallbehälter, für Markttage, Flohmarkt, Schule und als DAS „Maurer Grätzl Zentrum der Begegnung“ viel zu wenigrund um den Maurer Hauptplatz ​gibt es nur EIN (!) öffentliches WC bei der 60er-Station Speisinger Str/Rathauspark der Maurer Hauptplatz​hat 18 Bäume, eine kleine Rasenfläche und wenige Sträucher unter einigen Bäumen vorm Heurigen Zahel ist eine Brunnen-/Steinskulptur mit kleinem Wassersprudel zum Trinken sowie ein Hydrant, der auch zum Trinken und Abwaschen dientdie Wirtschaftsstruktur am Maurer Hauptplatz ​ist sehr vielfältig: Frauenärzte, Zahnarzt, Fußpflege, Nagelstudio, Maronistand, Kebabstand & Würstelstand, Abholmarkt & Vinothek beim Weingut Zahel, Café Möser, BIPA-Drogeriemarkt, Tabak-Trafik, Post & Bawag/bank24, Erste-Bank, Pax-Bestattungsinstitut, Modegeschäft Motte, Eissalon „das eis“, Spar-Supermarkt, öffentlicher Notar.​​

Der Maurer Hauptplatz bildet ein lokales Zentrum für BewohnerInnen mit Geschäfts- und sozialer Infra­struk­tur. Der öf­fent­liche Raum repräsentiert sowohl dieser derzeitige Funktion als auch das Potential mehr als unzureichend.

DI Dr. Harald Frey, Technische Universität Wien

Unsere Vorschläge für ein Grätzl Zentrum Maurer Hauptplatz

Auf Basis der Platzanalyse und der wissenschaftlich fundierten Verkehrsanalyse der TU Wien haben wir Grüne Liesing konkrete Überlegungen zu einem umgestalteten „Grätzl Zentrum Maurer Hauptplatz“ angestellt, um der Maurer und Liesinger Bevölkerung, den Schüler:innen, den Besucher:innen und den Durchreisenden einen schöner und sicherer gestalteten öffentlichen Platz zur Nutzung und zum Verweilen anzubieten:

  • deutliche Verschmälerung der sehr​ breiten Fahrbahnfläche vor allem im unteren Teil des Maurer Hauptplatzes bei der Speisinger Straße bei den zwei Bushaltestellen auf nur noch zwei Fahrbahnen. Derzeit sind dort bis zu fünf Fahrbahnen inklusive der zwei Busbuchten. Dafür mit räumlich versetzter nördlicher Haltestelle in Fahrtrichtung Westen, um den durchfahrenden Fahrzeugen hinter einer gerade anhaltenden Buslinie einen „Aufstellplatz“ zu bieten und nicht in die Kreuzung hinein zu stehen.
  • Anhebung der gesamten Fahrbahnfläche auf eine durchgängige Ebene mit den bestehenden historisch gepflasterten Gehsteig- und Platzbereichen.
  • durch die so geschaffene „Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer:innen im Sinne einer 20km/h-Begegnungszone“ ist kein eigener Radweg notwendig. Das bisher geltende Tempo 30 wird so um ein Drittel reduziert und auch dadurch eine Querung der zwei verbliebenen Fahrbahnen des MHP leichter, rascher und vor allem auch sicherer möglich, speziell für ältere Personen bei ihren täglichen Einkäufen und Besorgungen, Eltern mit Kinderwagen.
  • Aufstellen von deutlich mehr technischer Infrastruktur wie Bänke, Fahrradbügel, Abfallbehälter, weitere Trinkbrunnen und kühle Meile. Auch eine Wasserspielfläche im Bereich der nördlichen Bushaltestelle, oder beispielsweise ein paar Öklos als frei zugängliche öffentliche​​ Toiletten wären vorstellbar, da es viele Markttage und öffentliche Veranstaltungen am Maurer Hauptplatz gibt.
  • Reduktion der Dauerparkplätze auf weniger Kurzparkplätze direkt am Maurer Hauptplatz ​selbst, aber unter Beibehaltung der bestehenden Taxistandplätze, Behinderten-Parkplätze und Lieferzonen für Betriebe.
  • für eine nachhaltige und zukunftsweisende Mobilität der Maurer und Liesinger Wohn-, Arbeits- und Schulbevölkerung und für ältere Menschen ist im Gegenzug eine deutliche Verkürzung.
  • der Intervalle der zwei Buslinien 60A und 56A auf unter 10 Minuten. Sowie von eventuellen neuen Buslinien geplant, um für die Bewältigung der Alltagsmobilität (auf den Maurer Berg, nach Liesing, Atzgersdorf und ins Stadtzentrum) nicht mehr so sehr auf den motorisierten Individualverkehr angewiesen zu sein.
  • viel mehr Bäume und neue Baumalleen entlang der verbliebenen Fahrbahnfläche am Maurer Hauptplatz. Mehr Rasenflächen, Blumenbeete, Sträucher oder etwa Sonnensegel über der Marktfläche für mehr Schatten. Steelen, die Wasser sprühen könnten urbane Hitzeinseln reduzieren​.
So könnte der neue Maurer Hauptplatz aussehen © Kathi Puxbaum

Ausdehnung des „Grätzl Zentrums Maurer Hauptplatz“ über den eigentlichen Platz hinaus

  • im Osten in die Endresstrasse bis zum Schulweg der Rudolf-Steiner-Schule, inklusive größerer befahrbarer Baumscheiben aus Metall. Diese Baumscheiben sollen deutlich in die Fahrbahn reichen und zu geringeren Kfz-Geschwindigkeiten beitragen, weil das für Lenker:innen eine optische Fahrbahnverengung erzeugt.
  • nach Norden bis über die Haltestelle der Straßenbahnlinie 60 in der Speisinger Straße, mit Verlegung der stadtauswärtsführenden Station VOR die Kreuzung (gegenüber der stadteinwärts führenden Station), sowie Errichtung eines neuen zwei Meter breiten Zwei-Richtungsradweges auf der westlichen Straßenseite zwischen der verlegten 60er-Station und der Gebäudefront mit den vorgelagerten Schanigärten.
  • nach Süden in die Geßlgasse inkl. kleiner Grünfläche mit Bänken anstatt der bisherigen 60er-Straßenbahnstation​​.
  • im Westen bis zur Kreuzung mit der Valentingasse mit zusätzlichen Bäumen, einer besser organisierten technischen Infrastruktur und einer besseren Einsichtigkeit der gesamten Kreuzung.

Was meinen Sie zu unseren Umgestaltungsvorschlägen für ein neues „Grätzl Zentrum Maurer Hauptplatz“?

Wir freuen uns über deine Ideen und Nachfragen zu unserem Vorschlag und wollen gerne in die Diskussion mit Ihnen kommen! Scheue dich nicht, uns unter [email protected] zu kontaktieren. Wir melden uns sobald als möglich bei dir für den weiteren Austausch.​

​Die Projektstudie „Grätzl Zentrum Maurer Hauptplatz“ wurde von den Grünen Liesing beim Institut für Verkehrswissenschaften der TU Wien beauftragt und von DI Dr. Harald Frey und DI Benjamin Tschugg durchgeführt.​

So könnte der neue Maurer Hauptplatz aussehen © Kathi Puxbaum

Ich wünsche mir einen Maurer Hauptplatz an dem die Kinder der vier Schulen ausreichend Platz und einen sicheren Schulweg haben. Das Zentrum des historischen Heurigengebiets soll ein Ort sein, den man gut erreichen kann und gerne aufsucht. Ein automatisiertes Regionalregal kann wunderbare Produkte aus Lie­sing rund um die Uhr verfügbar machen und so die lokale Wirtschaft stärken. Die Tradition als Marktplatz kann damit ins 21. Jahrundert geholt werden.

Mag.a Cordula Höbart, Klubobfrau Grüne Liesing
Skip to content